Bericht über die 27. Jahrestagung des Verbandes der Omnibusunternehmen des Landes Brandenburg e.V.

27. Jahrestagung des Verbandes der  Omnibusunternehmen des Landes Brandenburg e.V. (VdOB) am 1.11. 2019 im Hotel VAN DER VALK in 15827 Blankenfelde-Mahlow

Zuerst einmal ein großes Dankeschön an unsere Verbandsmitglieder, die Aussteller und  Gäste, die trotz Feiertag und „Brückentag“ unserer Einladung so zahlreich  gefolgt sind.

Das ist für uns eine Bestätigung, daß wir die richtigen Themen im Programm hatten.

 „Die Bundesregierung kann und muß beim Klimawandel stärker auf den Bus setzen“ das ist die Meinung der Busunternehmen zu den Eckpunkten des Klimapaketes der Bundesregierung.

Allerdings setzt die Bundesregierung laut Kai Neumann vom BdO zur Durchsetzung des Klimaschutzprogramms bis 2030 mehr auf die Stärkung des Schienenverkehrs statt auf den Bus. So führt der BdO einen einsamen Kampf gegen die Einführung einer Bus-Maut und für die Senkung der Mehrwertsteuer nicht nur für Bahntickets sondern auch für die Tickets der Fernbusse. Zu letzterem ist eine Bundesratsinitiative geplant.

Deshalb standen auf der Agenda unserer Jahrestagung auch neben den großen Themen wie verstärkter Einsatz von Elektrofahrzeugen, Förderung von alternativen Antrieben usw. auch die ganz praktischen Fragen, die unsere Unternehmen interessieren.

So wurden die Teilnehmer von Experten des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG, Frau Spies) und dem Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG, Herr Manteuffel) umfassend darüber informiert wie und was mit dem neuen digitalen Tachografen DTCO,4.0 (Fahrtenschreiber) kontrolliert wird und wie mit den Daten umgegangen wird.

Wichtig war die Aussage, daß bei Kontrollen nur Daten ausgelesen werden, die auf technische Verstöße hinweisen und keine Daten über den Fahrer erfasst werden.

Ein mitgebrachtes Kontrollfahrzeug konnte im Freigelände besichtigt werden.

Die Energiewende kann nur erfolgreich sein, wenn auch eine nachhaltige Verkehrswende mit klimafreundlichen Antriebssystemen stattfindet. Deshalb haben wir uns gefreut, daß Herr Mareck von der BVG Berlin in einem kurzweiligen Vortrag seine Erfahrungen beim Einsatz von Elektrobussen geschildert hat.

Die BVG hat derzeitig über 30 Elektrobusse im Einsatz. Neben den überwiegend positiven Erfahrungen gibt es natürlich auch noch Schwachstellen wie z.B. die Reichweite der Busse und in dem Zusammenhang die schnelle Ladung der Batterien. Dazu läuft gegenwärtig ein Forschungsprojekt. Bis 2020 sollen 150 Elektrobusse in Berlin zum Einsatz kommen.

Um in den nächsten Jahren die CO2-Emission drastisch zu senken werden weitere praxistaugliche Übergangslösungen erforderlich sein.

Zu diesem Thema hat uns Herr Hennig vom Unternehmen Regiobus PM seine bisherigen Erfahrungen beim Einsatz von Hybridbussen und einem neuartigen Kraftstoff weitergegeben.

Trotz positiver Praxis zeigt sich aber daß mit den Hybridbussen nicht alle Linien befahren werden können. Das muß jeweils ausprobiert werden.

Besonders interessant waren jedoch seine Informationen über den neuen Kraftstoff GTL Fuel, einen synthetischen Kraftstoff aus Erdgas, der deutlich weniger Emissionen (unter Euro 6) ausstößt. Allerdings gibt es dafür bisher nur einen einzigen  Hersteller in Katar. In Deutschland wird der Einsatz dieses Kraftstoffes nur toleriert, es muß dafür eine offizielle Genehmigung bei den Behörden eingeholt werden.

Da die Planungen für die BUGA 2021 in Erfurt schon in vollem Gange sind, hat uns Frau Weißkopf von der BUGA-Gesellschaft mit einer kurzen Präsentation und einem Film schon einen Vorgeschmack vermittelt, was die Besucher erwartet. Auf alle Fälle wird sich auch auf dieser BUGA ein Besuch lohnen und die Busunternehmen  können dafür ein interessantes Besucherprogramm anbieten.

Themen wie die geforderte Barrierefreiheit in den Bussen sowie der seit Jahren vorhandene Mangel an Busfahrern sind nach wie vor Themen, die unsere Busunternehmen lösen müssen.

Die gesamte Busbranche wird in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen gestellt um ihren Anteil an der Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung bis 2030 zu leisten

Diese können nur mit dem nachhaltigen Ausbau des Busverkehrs und finanziellen Anreizen für Fahrgäste und Unternehmen, die das Umsteigen auf Bus und Bahn fördern und möglich machen, erreicht werden.

Zum Ausklang unserer Tagung haben wir den Abend wieder mit einer geselligen Veranstaltung ausklingen lassen auf der es reichlich Gelegenheit zum Austausch gab…